„Nähe hilft, um zu verstehen.“ Warum es für den Wandel im Fleischkonsum wichtig ist, mutige Vorreiter zu unterstützen.

Reduziere Deinen Fleisch- & Milchkonsum

Überall liest und hörst Du es mittlerweile: „Der allgemeine Fleischkonsum sollte eingeschränkt werden.“ Unzählige gesundheitliche, ökologische und ethische Gründe sprechen dafür. Die frühere Inga in mir jubiliert: „Ja!!! Unbedingt!“

Doch ein wachsender Anteil in mir sagt heute auch: Ne, ne. So einfach ist das nicht. 

Überall. Einfach überall

Schaust Du Dich im Supermarkt und in Restaurants, Kneipen, Raststätten, Kinos, Bahnhöfen & Co. um, wirst Du rasch erkennen müssen: Das durchschnittliche Angebot besteht nach wie vor aus tierischen Erzeugnissen. Ein Produkt zu finden, in dem keinerlei tierische Produkte enthalten sind – weder Gelatine, Milchpulver & Co. – ist gar nicht mal so einfach. Insofern sollte dem so wahren Appel „Reduziere Deinen Fleisch- & Milchkonsum!“ eine herzensgute Empfehlung zur Seite gestellt werden: 

Schau hinter die Lebensmittel und ihre Produzenten. 

Fleisch ist nicht gleich Fleisch

Zweifelsohne haben wir in Bezug auf den Verzehr tierischer Erzeugnisse das passende Maß verloren. Doch nicht nur die Menge sollte dabei ins kritische Visier geraten. Sondern insbesondere die Kulissen, hinter denen die Lebensmittel produziert werden. 

Denn Fleisch ist nicht gleich Fleisch. Das Schnitzel von einem etwa 6 Monate jungen Schwein, das nach industriellen Maßgaben gehalten, gefüttert, gesundheitlich versorgt, transportiert und geschlachtet wurde, hat so gut wie gar nichts mehr mit einem Schnitzel von einem Freilaufschwein zu tun: Licht, Auslauf, Kumpels, Laufen, Kämpfen, Fressen: Darf ein Tier all diese naturgemäßen Ansprüche für sich vereinnahmen, lebt es gesund. Und stirbt gesund. 

Die Industrie macht aus einem Tier ein Objekt, eine Zahl. Menschen hingegen, die Tiere auf ihren landwirtschaftlichen Betrieben wesensgemäß halten, sprechen dem Tier seine subjektive Individualität zu. Ja, auch sie töten es. Aber sie respektieren idealerweise seine biologisch-natürlichen Ansprüche, was enorme Auswirkungen auf gesundheitliche, ökologische und ethische Faktoren der Fleischqualität hat.

Fleisch ist nicht gleich Fleisch. Aus gesundheitlicher, ökologischer und ethischer Sicht. 

Wenn Fleisch kaufen zu etwas Gutem wird

Die Begutachtung unseres Fleischkonsums hat also eine (mindestens) zweite Komponente neben der Verzehrsmenge verdient: die der Herkunft.

Sandra ist eine liebe Leserin von uns, in unregelmäßigen Abständen haben wir Kontakt. Zum Austausch von Infos, neuen Höfen, spannenden Menschen. Und einmal schrieb sie mir folgendes: 

„Eigentlich wollte ich meinen Fleischkonsum deutlich einschränken. Heute sehe ich das anders: Ich kaufe heute eher mehr davon. Und zwar das Fleisch von den Anbietern, die ihre Tiere ehrlich gut halten. 
UM DIESE MUTIGEN VORREITER ZU UNTERSTÜTZEN!“ 

Sandra

Paradox? 

Ja, vielleicht auf den ersten Blick. Auf dem zweiten wird es glasklar: Mit ihrer damaligen Entscheidung, weniger Fleisch zu kaufen, möchte Sandra helfen. In erster Linie den Tieren. 

Doch indem sie genauer hingeschaut hat, sich mit den Höfen und Betrieben – den Menschen dahinter – auseinander- und in Verbindung gesetzt hat, wurde ihr ein weiterer Weg des Helfens offenbar: Durch den Kauf bei den richtigen Menschen den Fleischkonsum in andere Wege leiten. Denn:

Die Menschen, die sich für eine ehrlich tiergerechtere Landwirtschaft einsetzen, haben unsere Unterstützung verdient. Und diese muss auch über unseren aktiven Kauf erfolgen! Anderenfalls haben Konzepte, die das Tierwohl ernst und ehrlich meinen, keine Chance. Und auch hier gilt: Du musst Dich nun nicht zu jedem Fleischeinkauf aufs Rad schwingen und zum Hofladen fahren:

Einige kleine Tipps – dann und wann eingebunden in Deinen Alltag – können schon wahnsinnig viel bewirken: 

  • Ja, klar, der Tipp bleibt bestehen: Immer mal wieder sich bewusst machen: Muss es jetzt das Stück Fleisch sein oder gibt es eine leckere Alternative? Selbiges gilt für die Milch im Kaffee. Probiere mal Hafermilch, Jeanette schört drauf!
  • Dann: Wenn Du einen Hof besuchst, um Fleisch direkt vom Bauern zu kaufen, interessiere Dich für die Hintergründe! Ausnahmslos jeder Landwirt, den wir bislang besucht haben, erzählt sehr gerne, warum er die Tierhaltung besser praktiziert als es die Industrie vorgibt. Seine oder ihre Erzählrungen werden Dich begeistern und auch was mit Dir machen … 
  • Öffne Dich für die (guten) Kulissen der Fleisch- und Milchproduktion. Die Kulissen waren und sind– da beißt die Maus keinen Faden ab – durch teils entsetzliche Hintergründe geprägt. Aber es ändert sich etwas! Immer mehr Menschen und ihre Höfe kommen an die Oberfläche, die es anders machen und sich bewusst von der Tierindustrie distanzieren. Interessiere Dich für ihre Geschichte und schau, an welchen Stellen Du diese mutigen Vorreiter gezielt unterstützen kannst! 

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